Spekulativer Handel ist in vielen Formen möglich. Manche ähneln sich in ihren Grundzügen. Beim so genannten „Currency Carry Trade“ geht es um eine Spekulationsstrategie. Spekulanten nehmen größere Kredite in Währungen auf, für die die Zinsen wegen einer schwach notierten Währung gerade niedrig sind. Mit dem gewonnenen Geld investieren sie in Zinspapiere. Deren Verzinsung liegt aufgrund einer teuer gehandelten Währung wesentlich höher.
Die Hoffnung beim Carry Trade ist, dass man bei Ablösen des Kredits durch höhere Zinseinkünfte einen Gewinn herausschlagen kann. Lohnenswert ist das vor allem bei höheren Einsätzen. Der Carry Trade ist hochgradig riskant, denn es kann jederzeit zu Änderungen beim Zinssatz oder zu Wechselkursschwankungen kommen, die diesen Deal zunichte machen. Das macht aber den Reiz dieses Spekulationshandels aus, sofern man ausreichend Kapital besitzt.
Hohe Risiken beim Carry Trade
Inhaltsverzeichnis
In den Currency Carry Trades setzt man bewusst auf
- eine Wechselkursentwicklung zu eigenen Gunsten
- den Unterschied zwischen Positionen im Haben und anfallenden Sollzinsen
Man kann einen Carry Trade auf zwei Weisen angehen: Entweder man nutzt die risikoreiche Variante oder man geht den erhöhten Risiken zumindest teilweise durch festverzinsliche Geschäfte aus dem Weg. In diesem Fall haben eventuelle Zinsschwankungen keine so gravierende Auswirkung. Außerdem kann man das Risiko minimieren, indem man den Wechselkursschwankungen Einhalt gebietet und Terminmarktgeschäfte tätigt. Diese Sicherheitsmaßnahmen reduzieren auch die Gewinnchancen. Dafür wird der mögliche Gewinn berechenbarer. Profitable Geschäfte kann man nur machen, wenn man die riskanten Wege geht.
Wechselkurse entscheiden über Gewinn oder Verlust

Zunahme spekulativer Geschäfte
Eigentlich dürften sich Carry Trades gar nicht rechnen. Dass sie trotzdem überaus rentabel sein können, belegen die steigenden Zahlen von Investoren beim Carry Trade. Allein der Handel mit Zinsdifferenzen zwischen Euro und US-Dollar ergab zu bestimmten Zeiten alljährlich eine Rendite von satten 15 Prozent, errechnete die deutsche Bank. Schwächelnde Währungen reizen Spekulanten dazu, solche Händel zu versuchen. Sie ähneln in gewisser Weise den so genannten Arbitrage-Händeln. Hier handelt man zeitgleich an verschiedenen Börsen Fremdwährungen und macht sich dabei auch winzigste Kursschwankungen zu nutze.